Aus dem Jahr 2015

Entwicklungen in der Fallarbeit

Die Anzahl der bearbeiteten Fälle ist im Jahr 2015 mit 215 gegenüber dem Vorjahr (230 Fälle) leicht zurückgegangen. Gestiegen ist dagegen die Anzahl der beratenen Personen von 442 im Jahr 2014 auf 487 Personen im Jahr 2015, darunter 304 Fachkräfte. Diese hohe Anzahl ist u.a. auf die Beratung von Teams in Einrichtungen zurückzuführen.

Gab es 2014 186 Beratungen für Lehrkräfte und SchulsozialarbeiterInnen und 75 für Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, so hat sich das Verhältnis 2015 mit 68 Beratungen für Schulen und 197 für Kindertageseinrichtungen wieder umgekehrt. Dies erklärt auch mit 58% der Gesamtfallzahl den enorm hohen Anteil von Fällen, in denen es um Unterstützung und Schutz für Kinder unter 10 Jahren ging.

In diesem Zusammenhang sind auch der deutliche Anstieg der Beratungsfälle bei sexuellen Übergriffen unter Kindern (von 51 im Jahr 2014 auf 63 im Jahr 2015) und der gestiegene Anteil der Jungen in unserer Fallarbeit mit aktuell 34 % zu sehen.

Für die beratende und therapeutische Arbeit mit von sexualisierter Gewalt betroffenen Mädchen und Jungen verstärkt seit 01.04.2015 Annika Huge unser Team.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 1231 direkte Beratungen und 220 telefonische Beratungen durchgeführt


Besonderheiten der Präventionsarbeit

Neben den bewährten Angeboten im Bereich der Prävention, gewinnt die Entwicklung von Schutzkonzepten in Einrichtungen zunehmend an Bedeutung. Beispielhaft sei hier aus dem letzten Jahr die intensive Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen der evangelischen Kirche genannt. Des Weiteren nimmt die Lilith-Beratungsstelle als eine von 7 Fachberatungsstellen landesweit an einem Pilotprojekt des Kultusministeriums „SCHUTZ MACHT SCHULE“ teil. Das Ziel ist, über Fortbildung und Zusammenarbeit von Grund- und Förderschulen mit Fachberatungsstellen, Konzepte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in Schulen zu entwickeln. Lilith führt dieses Projekt an der Uhlandschule, einer Förderschule in Mühlacker, durch. Nach der Auswertung der Pilotphase ist eine Veröffentlichung für alle entsprechenden Schulen in Baden-Württemberg geplant.

Sehr stolz sind wir auf einen gemeinsam mit dem KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales) herausgegebenen Ordner mit Präventionsmaterialien für die „Interkulturelle Präventionsarbeit mit Eltern und Kindern zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“


zum Seitenanfang